Die Verwandtschaft

 

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Familie ist für die Frau Oberst ganz besonders wichtig. Sie ist ihren Eltern sehr dankbar, dass sie diesbezüglich „alles richtig gemacht“ zu haben scheinen, auch wenn in ihrer Kindheit nicht viel Zeit für den Nachwuchs vorhanden war und Förderungen von Talenten oder Vorlieben eher traditionellen Hierarchien weichen mussten.

Die Familie Pimpernell ist eine der angesehenen Weinbauernfamilien in Schilfern am See. Der Betrieb, der auch einen gut eingeführten und weit über Schilfern hinaus bekannten Handel umschließt, wird immer an die ältesten Söhne vererbt, die seit Generationen den Vornamen Nepomuk tragen.
Der jüngere Sohn Albert hat von den Eltern den Heurigenbetrieb geerbt. Da es nur zwei in Schilfern gibt, ist dieser einer der Gesellschaftsmittelpunkte im Ort.
Auch Luise bekam ein paar Rieden, diese überlässt sie aber dem Nepomuk und holt sich lediglich dafür den Wein für den Eigenbedarf bei ihm.

In solchen Weinbaubetrieben muss immer die ganze Familie arbeiten. Früher war dies auch für die Kinder selbstverständlich.
Luise hat es deshalb sehr genossen, wenn sie zu ihrer damals bereits verwitweten Großmutter gehen durfte. Sie saß dann zu Füßen des Lehnstuhls der alten Frau auf einem Schemel und lernte von ihr, sich beim Stricken und Häkeln zu entspannen. Dazu hörten die beiden amerikanische Jazz-Musik aus den Vierziger- und Fünfzigerjahren, die einzige Leidenschaft, die Luise an ihrer Großmutter kannte und für die sich diese immer ein paar Schillinge quasi vom Mund absparte.
Später erbte Luise den alten Streckhof, und sie lebt dort immer noch glücklich in den alten Sachen. Und auch die Platten hört sie, wenn nun heute sie in dem alten Fauteuil am Fenster sitzt und häkelt oder strickt.

Auf der anderen Seite waren es dann die Söhne ihrer Brüder, die ebenfalls zu der Tante gegeben wurden, wenn aufgrund der Arbeit im Weinberg oder in der Kellerei niemand Zeit für sie hatte. Luise hatte damals schon Schichtdienste und deshalb öfter mal Tagesfreizeit. Das Tanten-Neffen-Gespann ist bis heute ein ganz besonderes. Und auch sonst mag sie den Umgang mit jungen Menschen, besonders mit männlichen.

Es gibt dann noch eine Tante in Guid, dem fiktiven Nachbarort des fiktiven Schilfern, eine Schwester ihres Vaters. Auch zu diesem Teil der Familie herrscht bestes Einvernehmen.

 

 

 

 

 

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