Gut behütet

 

Aha. Meine Autorin Evelyne Weissenbach dürfte sich an meinem Hutschrank zu schaffen gemacht haben. Denn dieses Modell könnte eindeutig aus meinem Besitz stammen. Allerdings lässt es sich die Gute bei der Hitze anscheinend am einzig richtigen Ort gut gehen. Während ich jetzt einen anderen Hut suchen und weiter auf Mörgerjagd gehen muss.

 

sonnenhut

 

Wenn eine Tür sich schließt

 

… öffnet sich sprichwörtlich eine neue. Oft ist es eine, die einen erfreulicheren Weg aufzeigt als den, den man schon gegangen ist.
Auch für mich trifft das zu.
Und so habe ich nun beim Prolibris-Verlag in Kassel eine verlagsmäßige Heimat gefunden. Wenn alles gut geht – und davon gehe ich diesmal frohen Herzens aus! – wird mein erster Fall noch im Spätsommer zu euch kommen.

Darauf genehmige ich mir jetzt ein Glaserl von den Jahrhundertweinen, die mir der Emser in seinem Keller immer kredenzt und proste euch rundum grinsend zu!

 

fall 1         lu pimpi prost

 

leider, leider

 

3. Mai 2017

 

liebe luise-freunde!

traurige nachricht: es wird jetzt doch kein buch geben.

wie ihr sicher wisst, werden manuskripte lektoriert. und als lektorat bezeichnet man einen vorgang, wo gemeinsam mit dem autor an einem text gearbeitet wird. wo auf unverständliches oder unlogisches hingewiesen wird, auf schlechte formulierungen, unnötige wiederholungen, selbstverständlich auch sonstige fehler ausgemerzt werden. aber üblicherweise – und es war ja nicht mein erstes buch, das lektoriert wurde – ist es so, dass der lektor den autor darauf hinweist, ihm eventuell vorschläge macht und der autor dann seinen text ändert – oder halt auch nicht, wenn es ihm wo wichtig erscheint, dass keine änderung vorngenommen wird.
in jedem fall ist man als autor einem guten lektor immer dankbar! weil er ein manuskript üblicherweise verbessert.

aber das lektorat meines buches bestand darin, dass mir eine druckdatei vor die nase geknallt wurde, in der jemand einfach den text verändert hat, ohne mich zu fragen. und noch dazu, meiner meinung nach, zu einem sehr flachen schreibstil. wo auf einmal unlogisches zu finden war, das vorher nicht da war und sogar grammatikalische fehler.

weil mich das so oft an anderen büchern ärgert, habe ich ja meines geschrieben, wie ich es wollte und nicht so, wie es leider viel zu oft vorkommt.
das ging also gar nicht.

da mir eine veröffentlichung nicht so wichtig ist, wie weiter spaß mit meiner luise zu haben, und ich sie mir deshalb nicht platt machen lasse, habe ich den vertrag gelöst.
es tut mir leid für alle, die sich schon drauf gefreut haben. aber glaubt mir, auch ihr hättet damit keine freude mehr gehabt.

 

eure evelyn

 

Der Tschurifetzen

 

Textprobe aus „Tod eines Surfers“

 

Die Kommissarin ging zu dem Toten, schaute konzentriert auf ihn hinunter und versuchte, ihrer inneren Wahrnehmung nachzuspüren. Er lag schräg vor dem Bett auf dem Rücken, der Kopf etwas erhöht am Bettpfosten, beinahe wie angelehnt. Die Beine hatte er von sich gestreckt, unter den Füßen schob sich ein Fleckerlteppich zusammen. Es sah aus, als wäre er ausgerutscht, als er aus dem Bett gestiegen war.
Aber ganz stimmig schien ihr das nicht. Warum hätte er seitlich wegrutschen sollen. Und wenn, dann würde er wohl nicht derart auf dem Rücken liegen. Sie wechselte ein paarmal die Perspektive und versuchte nachzuvollziehen, wie er gefallen sein könnte. Folgte der Richtung, in welche seine Beine zeigten. Dort befand sich eine hohe Kommode, auf der alles Mögliche abgelegt war. Auch zwei Kerzenhalter standen da, die Stabkerzen allerdings lagen irgendwo auf dem Kastel und die Oberfläche war mit Wachsflecken bekleckert.
Das Doppelbett war sichtbar benutzt, aber nicht extrem aufgewühlt. Ein Wilder dürfte er nicht gewesen sein, der Herr Holzbauer.
Plötzlich stach Luise etwas in die Augen. Unter der Hüfte der Leiche schimmerte es hell. Sie machte schnell ein Foto mit ihrem Handy und zog dann vorsichtig an dem Fundstück. Ein kleines seltsam verschrumpeltes Gästehandtuch kam zum Vorschein und darin eingeschlagen befand sich ein gebrauchtes Kondom.
»Ein Tschurifetzen!«, rief sie glücklich. »Da könnten wir gut und gerne die DNA der Dame drauf finden«.
»Die wird auch so im Bett sein und auf dem Weinglas da vorne wohl ebenso«, warf Grümpl ein.
»Aber es sind drei Gläser. Er muss ja nicht mit beiden …«
»Aber er könnte«, konstatierte der kleine graue Mann.
»Was du für eine Fantasie hast«, neckte ihn die Kommissarin. »Doch … mit nur einem Präserl?«
»Luise, bitte! Ich werde dir doch die verschiedensten Konstellationen hier jetzt nicht erklären müssen«, gab der Kollege grinsend noch einmal Kontra.

 

Und wer nicht weiß, was ein Tschurifetzen ist, bitte sehr:

 

tschurifetzen

 

Krimi-Dinner

 

Krimi-Dinner? Nein. Einladung zum Fisch bei meiner Autorin Evelyne Weissenbach.
Sie kocht zwar kein burgenländisches Rezept, aber Paprika-Fisch klingt ja wenigstens wie echte Hianzn-Hausmannskost.
Und wie man an ihren Vorbereitungen sieht, freut sie sich auf ihren Besuch.